Warum kognitive Psychotherapie nachweislich am wirksamsten ist — aber den wenigsten hilft

Über das kognitive Paradoxon der psychischen Gesundheit, das Sie kennen sollten, bevor Sie Jahre Ihres Lebens bei den falschen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verschwenden:
«Die Psychotherapie heilt den Menschen nicht — sie heilt ihn seit hundert Jahren von der Erkenntnis, dass er sich selbst heilen muss.»1

Die Illusion, dass Psychotherapeuten heilen

Psychotherapeuten heilen nicht. Sie haben nie geheilt. Kein einziger psychisch leidender Mensch auf dieser Welt ist jemals von einem Psychotherapeuten geheilt worden. Geheilt haben sich diese Menschen ausnahmslos selbst — indem sie ihr Denken veränderten und in der Folge anders fühlten und handelten. Der Psychotherapeut war bestenfalls der Wegweiser und Instrukteur, der ihnen zeigte, wie das geht.

Doch genau diese Wahrheit wird systematisch verschleiert. Psychotherapeuten präsentieren sich als Heiler, die Medien porträtieren sie als Heiler, Psychotherapeutenkammern suggerieren, dass «Psychotherapeuten heilen», die von Google automatisch erzeugte «Übersicht mit KI» behauptet, dass «Psychotherapeuten heilen», und die Hilfesuchenden glauben, zu einem Heiler zu gehen.

Dieser kollektive Irrtum hat verheerende Konsequenzen: Wer überzeugt ist, dass der Psychotherapeut ihn heilt, wartet geduldig auf die Heilung. Sitzung um Sitzung, Jahr um Jahr. Er wartet, wie man beim Zahnarzt wartet — in der Erwartung, dass der Fachmann das Problem beseitigt, während man selbst den Mund aufhält. Doch die Heilung kommt nicht, kann nicht kommen, weil sie nie vom Psychotherapeuten ausging.

Kein Psychotherapeut kann fehlerhaft verknüpfte Nervenzellen umprogrammieren — weder durch Hypnose noch durch jahrzehntelange Beziehungsakrobatik. Das falsche Bild von sich und der Welt, das zu den psychisch schmerzhaften Kollisionen mit der Wirklichkeit führt, kann jeder Mensch nur selbst korrigieren — im klaren Wissen und Bewusstsein, wie das eigene Denken zu steuern ist.

Auch wenn Psychotherapeutenverbände diese Wahrheit bekämpfen, bleibt die Tatsache bestehen: «Psychische Gesundheit ist keine Leistung des Gesundheitssystems — sie ist die Leistung des selber denkenden Menschen an sich selbst»2, weshalb Schweizer Parlamentarier die «Psychotherapie wieder aus dem Leistungskatalog streichen»1 und den Menschen die Eigenverantwortung für ihr Denken zurückgeben wollen.

Die Heilmittel wirksamer Psychotherapie: Denken und Eigenverantwortung

Wüssten die Menschen von Anfang an, dass sie sich psychisch nur selbst heilen können und vom Psychotherapeuten nichts anderes erwarten dürfen als eine kompetente Antwort auf die Frage «Wie mache ich das?» — sie würden bereits nach der ersten Sitzung, in der diese Antwort ausbleibt, nicht wiederkommen. Und genau das ist der Fehler im kranken Gesundheitsystem: Das derzeitige System und die dokumentierte kognitive Kriegsführung der Assoziation Schweizer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (ASP) gegen die Aufklärung über wirksame Psychotherapie schützen nicht den Patienten, sondern die Praxisauslastung.3

Die unbequeme Wahrheit ist seit Jahrzehnten bekannt: Kognitive Psychotherapie ist die am besten erforschte und wirksamste Methode bei den häufigsten psychischen Leiden wie Angststörungen und Depressionen — «hochsignifikant wirksamer als psychoanalytische Therapie und Gesprächspsychotherapie».4 Sie kann – wenn der Patient bereit ist, für sich Verantwortung zu übernehmen und sein Denken steuern zu lernen – in durchschnittlich zehn Sitzungen zu substanziellen, dauerhaften Verbesserungen führen. Manchmal sogar schneller.

Therapieform Ansatz Wirksamkeit (Evidenz)
Kognitive Psychotherapie Korrektur krankmachender Denkmuster durch kognitive Techniken, Befähigung zur Selbstheilung Höchste nachgewiesene Wirksamkeit
Kognitive Verhaltens­therapie Kognitive Psychotherapie plus verhaltenstherapeutisches Üben des veränderten Denkens Höchste nachgewiesene Wirksamkeit
— sofern die kognitive Psychotherapie dominiert
Klassische Verhaltens­therapie Training von Verhalten ohne kognitive Ursachenbearbeitung Ohne kognitive Komponente nur sehr begrenzt wirksam
Psychoanalytische Therapie Deutung vermeintlich unbewusster Konflikte, oft über Jahre Signifikant geringere oder keine Wirksamkeit
Gesprächs­psychotherapie Empathisches Zuhören und Spiegeln Signifikant geringere oder keine Wirksamkeit

Das Problem: Kognitive Psychotherapie erfordert etwas, das Professor Ernst Pöppel in über 40 Jahren als Hirnforscher und Hochschullehrer für Medizinische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München schmerzlich vermisst hat: selbstständiges Denken. Seine Feststellung, «Nicht zu denken, ist ungesund»5, beschreibt nicht nur ein akademisches Problem — sie beschreibt die tägliche Realität in den Psychotherapie-Praxen und Psychotherapie-Kliniken.

Die Sache mit den zehn Prozent — oder: Warum die meisten Menschen lieber leiden als denken

Pöppel beobachtete, dass «nur rund zehn Prozent der Menschen selber denken und ihr Leben in die eigene Hand nehmen5 Eine erschreckende, aber nicht neue Erkenntnis. Der Philosoph und Nobelpreisträger Bertrand Russell formulierte es bereits 19256 drastischer:

«Wir alle haben eine Tendenz zu denken, dass die Welt unseren Vorurteilen entsprechen muss. Die gegenteilige Herangehensweise beinhaltet eine gewisse Anstrengung des Denkens, und die meisten Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.»

Bertrand Russell The ABC of Relativity. New York: Harper & Brothers, 1925, S. 166.6

Fast ein Jahrhundert später. Gleiche Beobachtung. Nur dass heute, wie Pöppel feststellt, «der Einfluss der digitalen Medien»5 hinzukommt: «Diese übernehmen zunehmend eine Vordenkerfunktion – gerade auch bei Akademikern, von denen man eigentlich noch am ehesten annehmen sollte, dass sie selber denken wollen5

Diese Zehn-Prozent-Regel ist eine provokante Zuspitzung, aber sie verweist auf eine fundamentale Wahrheit:

«Ohne eigenes Denken gibt es keine eigene Erkenntnis — auch keine psychotherapeutische Selbsterkenntnis.»

Um dieser Wahrheit gerecht zu werden, müssen wir die Ursachen dieser Denkverweigerung differenziert betrachten. Innerhalb der grossen Gruppe der «90 Prozent» gilt es, eine essenzielle Grenze zu ziehen: die zwischen einem psychopathologischen Nicht-Können und einem habituellen Nicht-Wollen. Dabei dürfen wir nicht übersehen, dass die Grenzen oft fliessend sind. Nicht selten ist das finale kognitive Nicht-Können am Ende einer Abwärtsspirale das tragische Resultat eines anfänglichen Nicht-Wollens — des Versäumnisses, dem abgleitenden Denken in früheren, leichteren Phasen der Krise rechtzeitig und aktiv entgegenzutreten.

Wer in einer schweren Depression gefangen ist, dessen Denkvermögen ist ernsthaft beeinträchtigt — die Gedanken stocken, kreisen, erstarren. Was von aussen wie Verweigerung aussieht, ist in Wirklichkeit Unvermögen. Von «Denkunwilligkeit» zu sprechen, wäre hier zynisch und falsch. Diese Menschen brauchen zunächst eine stabilisierende Begleitung, die überhaupt erst den Boden für eigentliche kognitive Veränderungsarbeit bereitet.

Anders verhält es sich bei leichten bis mittelschweren Depressionen: Hier ist das kognitive Umkehren des depressiven Denkens nachweislich möglich — und das Nicht-Handeln trägt bisweilen zur Verfestigung des Zustands bei. Die folgende Analyse richtet sich daher nicht an die Nicht-Könnenden. Sie richtet sich an die weitaus grössere Gruppe derer, die aus Gewohnheit, Bequemlichkeit oder Angst vor der Anstrengung des Denkens nicht wollen — und an das System, das diese Vermeidungshaltung professionell organisiert und finanziert.

Was hat das mit Psychotherapie zu tun? Alles. Denn wenn nur zehn Prozent der Menschen selber denken — dann gilt das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für die Zunft der Psychotherapeuten. Und hier wird es kafkaesk:

Wie soll jemand, der nicht selbst denkt, krankes Denken heilen?

Aaron T. Beck, der Mitbegründer der kognitiven Psychotherapie, bestätigte dieses Unvermögen vieler Psychotherapeuten kurz vor seinem Tod mit bemerkenswert klaren Worten:

«Die Ausübung der kognitiven Verhaltenstherapie ist keineswegs einfach. Allzu viele im Bereich der psychischen Gesundheit Tätige bezeichnen sich als kognitive Verhaltenstherapeuten, ohne auch nur über die grundlegendsten konzeptuellen und behandlungstechnischen Kompetenzen zu verfügen.»

Aaron T. Beck In: Beck, J.S.: Cognitive Behavior Therapy: Basics and Beyond. 3rd edition. New York: Guilford Press, 2021, S. XI.7

Hier lauert das schönste Paradoxon der Psychotherapieforschung: Genau jene zehn Prozent, die noch selber denken, sind es, mit deren Hilfe die beeindruckenden Studienerfolge der kognitiven Psychotherapie entstehen. Die Forschungslage klingt überwältigend — Effektstärken, die jeden Pharmakonzern vor Neid erblassen lassen. Was man dabei selten erwähnt: In diesen Studien sitzen keine zufällig aus der Bevölkerung gezogenen Durchschnittspatienten, und die Psychotherapeuten sind keine überarbeiteten Krankenkassendienstleister auf Autopilot.

Nein: In den sogenannten randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) werden akribisch genau diejenigen ausgesiebt, die überhaupt denken können und wollen. Nur motivierte, sprachlich klare, kognitiv belastbare Patienten dürfen teilnehmen — und nur jene Psychotherapeuten, die selber denken und dies durch Training, Supervision und methodische Treue nachgewiesen haben. Das Resultat: eine mathematisch saubere, aber menschlich stark geschönte Laborrealität. Die verbundene Wahrscheinlichkeit, dass im echten Leben ein denkwilliger Zehn-Prozent-Patient auf einen denkfähigen Zehn-Prozent-Psychoherapeuten trifft, liegt bei etwa einem Prozent. Der Rest der Kombinationen ergibt Plauderstunden, semantisch verkleidete Trostveranstaltungen und therapeutische Wohlfühlrhetorik.

So erklärt sich, warum die empirische Wirksamkeit kognitiver Psychotherapie in Studien glitzert wie Diamant, während sie im Alltag stumpf erscheint wie Asphalt: Die Forschung zeigt, was möglich ist, wenn Denken stattfindet. Die Praxis zeigt, was passiert, wenn es ausfällt.

Das System der organisierten Verantwortungslosigkeit

«Das Problem geht an den Unis los – und kann krank machen», so Pöppel.5 Bestätigt wird das durch Daniel Kahneman, Psychologe und Wirtschaftsnobelpreisträger, der über 40 Jahre an Eliteuniversitäten Psychologie lehrte. Kahneman stellte fest, dass selbst jahrelanges Studium der empirischen Psychologie das Alltagsdenken seiner Studenten nicht veränderte. Seine Frage: «Kann man Psychologie lehren?» Seine Antwort nach Jahrzehnten empirischer Forschung ist vernichtend: «Haben die Studenten aus den Ergebnissen … etwas gelernt, das ihre Denkweise wesentlich verändert hat? Die Antwort ist einfach: Sie haben überhaupt nichts gelernt.»8

Klaus Grawe beschrieb als Professor an der Universität Bern bereits 1994 die Konsequenzen mit erschreckender Klarheit: «Für die Patienten, die innerhalb dieser Universitätsabteilungen behandelt werden, hat dieser Zustand handfeste negative Folgen. Sie rechnen aus gutem Grund damit, dort eine besonders qualifizierte Therapie zu erhalten, werden aber tatsächlich geradezu regelhaft schlechter behandelt.»9

Lesen Sie das noch einmal: «regelhaft schlechter behandelt».9 An den Orten, die als Horte der Wissenschaft und der besten Ausbildung gelten. Es ist ein Systemversagen, das eine entscheidende Frage aufwirft: Wenn das wirksamste Psychotherapieverfahren bekannt ist, aber weder von den meisten Psychotherapeuten beherrscht noch von den meisten Patienten nachgefragt wird — was treibt dann die 90 Prozent an? Warum wählen sie den Weg des Leidens? Die Antwort liegt in den verführerischen psychologischen Mechanismen des Selbstbetrugs.

«Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!» — Immanuel Kant (1784)10

Die süsse Flucht ins Leiden: Warum wir das falsche Heilmittel lieben

Die Wahl einer jahrelangen, ergebnislosen Psychotherapie ist keine pathologische Abweichung, sondern eine zutiefst rationale Entscheidung, die auf vier ebenso verlockenden wie fatalen psychologischen Mechanismen beruht.

1. Die Illusion von Arbeit: Der therapeutische Hamsterlauf

Die endlose Psychotherapie ist das perfekte Alibi für den Stillstand. Sie erzeugt die wohlige Illusion, man würde intensiv an sich arbeiten. Man leistet einen hohen Einsatz – finanziell, zeitlich und emotional. Man spricht über Traumata, analysiert die Kindheit, durchlebt schmerzhafte Erinnerungen. Dieses «Zerreden» von Problemen fühlt sich an wie Arbeit, ohne die Konsequenzen wirklicher Veränderung zu erfordern. Echte Veränderung ist unbequem und konfrontativ. Das Gespräch über das Leid ist unendlich viel angenehmer als die konkrete Arbeit zu seiner Beendigung. Die ineffiziente Psychotherapie ist der bezahlte Aufschub der eigentlichen Aufgabe.

2. Die Bequemlichkeit der Opferrolle: Identität durch Defizit

Eine jahrelange Psychotherapie, die sich auf die Exploration von Vergangenem konzentriert, sendet eine subtile, aber mächtige Botschaft: Du bist nicht verantwortlich, Du bist das Resultat Deiner Geschichte. Der Therapeut wird zum professionellen Zeugen des eigenen Leidens. Diese Konstellation zementiert eine Opferidentität. Man wird zum Experten des eigenen Defizits, statt Selbstwirksamkeit zu erlernen. Es ist oft leichter, ein interessanter Fall zu sein als ein unauffällig funktionierender Mensch.

3. Die Angst vor der Leere nach der Lösung

Was geschieht, wenn das Problem, das das Leben seit Jahren dominiert, tatsächlich gelöst ist? Für viele ist diese Vorstellung nicht befreiend, sondern furchterregend. Das Problem ist zum vertrauten Begleiter geworden, es strukturiert den Alltag, erklärt Misserfolge. Die Lösung würde eine existenzielle Leere hinterlassen. Man müsste sich eine neue Identität jenseits des Leidens suchen. Die ineffiziente Psychotherapie bietet einen Schutzraum vor dieser Leere; die Symptomerhaltung wird zur unbewussten Überlebensstrategie.

4. Die Verführung durch den Deutungsmeister: Das Ende des Selberdenkens

Die klassische analytische Konstellation schafft eine intellektuelle Abhängigkeit. Der Therapeut ist der wissende Meister, der über das Deutungsmonopol verfügt. Die Antwort auf die drängende Frage «Was soll ich denn nun tun?» lautet hier in trauriger Realität oft: «Das müssen Sie schon selber rausfinden.» Dies ist keine Karikatur, sondern das Programm einer Methode, die sich der Anleitung zur Selbsthilfe verweigert.

Kognitive Psychotherapie verfolgt das Gegenteil. Auch sie exploriert und analysiert die Lebensgeschichte, aber nicht, um darin zu verharren, sondern um die Entstehung schädlicher Denkmuster zu verstehen und diese aktiv zu verändern. Sie ersetzt den Glauben an den Meister durch die anstrengende, aber befreiende Arbeit des Selbstdenkens. Sie ist eine Anleitung zum Erwerb von Autonomie, nicht eine Einladung zur intellektuellen Kapitulation.

Die Selbstprüfung: Gehören Sie zu den zehn Prozent Selberdenkern?

Die folgenden Fragen sind kein moralisches Urteil, sondern ein Werkzeug zur radikalen Ehrlichkeit. Sie dienen dazu, die eigenen Muster zu erkennen – und sich zu fragen, ob man zur Gruppe derer gehört, die im Prinzip können, aber bisher vielleicht nicht wollten.

  1. Verantwortung oder Erklärung? Sehen Sie sich als einen Menschen, der Verantwortung übernimmt — oder als jemanden, der Erklärungen sucht, warum andere schuld sind?
  2. Selbsthilfe oder Rettung? Wollen Sie sich wirklich selbst helfen? Oder wollen Sie, dass jemand anderes Sie rettet, während Sie passiv bleiben?
  3. Bereitschaft zur Arbeit? Sind Sie bereit, Ihre Lebensgeschichte analytisch aufzuschreiben, Gedankenprotokolle zu führen und sich dem zu stellen, wovor Sie Angst haben?
  4. Ehrlichkeit über Misserfolge? Warum sind Sie bisher gescheitert? War es Ihr eigener Unwille, die Arbeit zu tun? Oder hatten Sie psychotherapeutische Schwätzer erwählt, die Ihnen nicht geholfen haben, weil sie selbst nicht denken können?
  5. Wahrheit oder Streicheleinheit? Suchen Sie einen Psychotherapeuten, der Ihnen die Wahrheit sagt — oder einen, der Sie emotional streichelt?
  6. Ihre Investition? Was sind Sie bereit, für Ihre Besserung zu investieren? Zeit? Anstrengung? Unbequeme Wahrheiten? Oder erwarten Sie, dass Heilung schmerzfrei von aussen kommt?

Wenn Sie bei diesen Fragen innerlich zurückweichen oder sich angegriffen fühlen, gehören Sie vermutlich nicht zu den zehn Prozent. Das ist keine Wertung. Aber täuschen Sie sich nicht: Dann wird Ihnen kognitive Psychotherapie nicht helfen. Nicht, weil sie nicht wirkt — sondern weil Sie die Arbeit nicht tun werden.

Die gute Nachricht: Für die zehn Prozent geht es schneller, als Sie denken

Wenn Sie jedoch bereit sind, die Arbeit zu tun – wenn Sie wild entschlossen sind, sich selbst zu helfen und nur einen Psychotherapeuten als kompetenten Wegweiser suchen – dann brauchen Sie keine Jahre.

Zitat von Psychotherapeut Dietmar Luchmann über kognitive Psychotherapie ohne Medikamente

Abb.: Der Gründer der Angstambulanz am Zürichsee, Psychotherapeut Dietmar Luchmann, hat über Jahrzehnte gezeigt: «Angststörungen sind ohne Medikamente durch kognitive Psychotherapie zu heilen. Für weniger als die Kosten eines Urlaubs kann das Leben ab sieben Stunden kognitiver Therapie wieder absolut lebenswert sein.»

Johann Wolfgang von Goethe formulierte die entscheidende Bedingung mit zeitloser Klarheit:

«Es ist nicht genug zu wissen, man muß auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.»11

Kognitive Psychotherapie funktioniert, wenn Sie zwischen den Sitzungen mehr arbeiten als in den Sitzungen. Wenn Sie bereit sind, Ihre Überzeugungen zu hinterfragen und Verhaltensexperimente durchzuführen. Wenn Sie die Eigenleistung des Umlernens aufbringen, werden Sie durch die Neuroplastizität Ihres Gehirns mit erstaunlichen Erfolgen belohnt werden.12

Das ist anspruchsvoll. Aber es ist auch befreiend. Denn es bedeutet: Sie sind nicht hilflos. Sie brauchen keine jahrelange Abhängigkeit. Sie brauchen Kompetenz durch eine professionelle kognitive Instruktion — und die Bereitschaft, sie anzuwenden.

Die Entscheidung liegt bei Ihnen

Kognitive Psychotherapien scheitern nicht, weil die Methode nicht wirkt, sondern weil das stillschweigende Bündnis zwischen Psychotherapeuten, die nicht fordern, und Patienten, die die Anstrengung scheuen, bequemer ist.

Wenn Sie bei der Selbstprüfung erkennen, dass Sie bisher eher den bequemen Weg gewählt haben, ist das keine Verurteilung. Es ist die entscheidende erste Erkenntnis — der Wendepunkt, an dem die Entscheidung für einen neuen Weg überhaupt erst möglich wird. Es gibt tausende Psychotherapeuten, die Sie auf dem alten Weg weiter begleiten werden. Die sich gern als kognitive Sterbebegleiter andienen und Sie über viele Jahre bewirtschaften. Sie werden sich jahrelang verstanden fühlen. Aber es wird sich nichts ändern.

Wenn Sie jedoch zu den zehn Prozent gehören wollen, die Russells «Anstrengung des Denkens»6 nicht scheuen — dann ist kognitive Psychotherapie vermutlich die beste Investition Ihres Lebens. Nicht, weil wir Wunder vollbringen. Sondern weil wir Ihnen beibringen, wie Sie sich selbst helfen. Unsere Psychotherapeuten zeigen Ihnen den Weg. Gehen müssen Sie ihn selbst.

Sind Sie bereit? Sie brauchen nur selbst zu denken — und unseren Instruktionen zu folgen.

Unser Angebot
Selbsttherapie für Selberdenker

Schriftliche Kognitive Psychotherapie (SKPT) von Dr. Dietmar Luchmann, LLC, ist Hilfe zur Selbsthilfe, um die Selbstheilung psychischer Störungen zu ermöglichen:

1. SKPT kennenlernen
2. Eignungstest machen
3. Selbsttherapie starten

Quellen

1 Luchmann, D.: «Psychotherapie wieder aus dem Leistungskatalog streichen» — Motion 25.4533. Psychotherapie. 27.02.2026.

2 Luchmann, D.: Die Schweiz als Paradies der psychotherapeutischen Ineffizienz. Psychotherapie. 14.08.2025.

3 Luchmann, D.: Kognitive Kriegsführung der Assoziation Schweizer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (ASP). Psychotherapie. 16.03.2026.

4 Grawe, K.; Donati, R.; Bernauer, F.: Psychotherapie im Wandel. Göttingen: Hogrefe Verlag, 1994, S. 670.

5 Lossau, N.: DENKSTE! Deutsche haben verlernt, sich eigene Meinungen zu bilden, sagt Hirnforscher Ernst Pöppel. Das Problem geht an den Unis los – und kann krank machen. Die Welt, 26.10.2016, Ausgabe 251/2016, S. 20.

6 Russell, B.: The ABC of Relativity. New York: Harper & Brothers, 1925, S. 166. [Im Original: «We all have a tendency to think that the world must conform to our prejudices. The opposite view involves some effort of thought, and most people would die sooner than think - in fact, they do so.»]

7 Beck, A.T.: Foreword. In: Beck, J.S.: Cognitive Behavior Therapy: Basics and Beyond. 3rd edition. New York: Guilford Press, 2021, S. XI. [Im Original: «The practice of CBT is not simple. Too many mental health professionals call themselves CBT therapists but lack even the most basic conceptual and treatment skills.»]

8 Kahneman, D.: Thinking, Fast and Slow. New York: Farrar, Straus and Giroux, 2011. [Im Original: «Can Psychology be Taught?» (S. 170) «Did students learn from the results ... anything that significantly changed their way of thinking? The answer is straightforward: they learned nothing at all.» (S. 173)]

9 Grawe, K.; Donati, R.; Bernauer, F.: Psychotherapie im Wandel. Göttingen: Hogrefe Verlag, 1994, S. 693.

10 Kant, I.: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? In: Berlinische Monatsschrift, 1784, Band 4, Heft 12, S. 481-494 [zitiert S. 481].

11 Goethe, J.W.: Sämtliche Werke nach Epochen seines Schaffens. Band 17. Wilhelm Meisters Wanderjahre oder die Entsagenden (1829). München: Carl Hanser Verlag, 1991, S. 698.

12 Nordes, N.: Protokoll einer Fehldiagnose — ein Arzt erlebt Psychotherapeuten und Psychotherapie. Psychotherapie. 11.03.2003.

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